Verstehen? Vertrauen. Erfahren!

27.09.2026

Apostel Matthias Pfützner hat seinen letzten Gottesdienst als zuständiger Apostel im Bezirk Graubünden gehalten. Es war ein Freudentag, versehen mit Dankbarkeit und Wehmut für die Gemeinde Buchs.

Als Grundlage dient das Bibelwort aus dem Johannesevangelium Kapitel 13, Vers 7:

„Jesus antwortete und sprach zu ihm: Was ich tue, das verstehst du jetzt nicht; du wirst es aber hernach erfahren.“

Der Chor singt das Lied «Schaffe in mir Gott ein reines Herze». Der Apostel greift den Liedtext auf und verweist auf Psalm 51. Darin bittet David darum, dass Gott ihn wieder mit seiner Hilfe tröstet. Diese Bitte zeigt die Sehnsucht des Menschen nach der Nähe Gottes. Bei Gott darf der Mensch mit seiner Schuld, seinen Fragen und seiner Bedürftigkeit kommen.

Im Anschluss an die Fusswaschung Jesu an seinen Jüngern entfaltet der Apostel die drei Gedanken «Verstehen – Vertrauen – Erfahren».

Verstehen: Nichtverstehen ist erlaubt.

Petrus ist drei Jahre mit Jesus unterwegs und versteht ihn trotzdem nicht. Der Grund liegt nicht bei Jesus, sondern im Gottesbild des Petrus. Für ihn passt ein Gott in Macht und Herrlichkeit nicht zu einem Herrn, der sich niederkniet, klein macht und seinen Jüngern dient. Jesus weist Petrus jedoch nicht zurück. Er sagt nicht: „Du müsstest es verstehen“, sondern: „Was ich tue, das verstehst du jetzt nicht.“

Auch wir erleben Situationen, in denen Gottes Handeln nicht unseren Vorstellungen und Erwartungen entspricht. Gerade darin liegt aber eine Befreiung: Gott ist größer als unsere Bilder von ihm. Er muss sich nicht unseren Vorstellungen unterordnen.

Vertrauen: Der Weg zwischen Verstehen und Erfahren.

Jesus sagt nicht: „Du wirst es später verstehen“, sondern: „Du wirst es hernach erfahren.“ Zwischen Nichtverstehen und Erfahren liegt Vertrauen. Nichtverstehen ist kein Glaubensmangel. Entscheidend ist, dass der Mensch sich in seinem Unverständnis nicht von Christus abwendet.

Petrus bleibt bei Jesus – auch wenn er ihn noch nicht versteht. Vertrauen bedeutet, bei Christus zu bleiben und ihm zuzutrauen, dass er führt, auch wenn der nächste Schritt noch nicht erkennbar ist. Vertrauen überbrückt die Strecke zwischen dem Jetzt und dem Hernach.

Erfahren: Wer bei Christus bleibt, erfährt ihn.

Wer Jesus vertraut, bekommt vielleicht nicht auf jede Frage sofort eine Antwort. Aber er erfährt seine Liebe, seine Nähe und sein Handeln. Gottes Handeln geht unserem Verstehen voraus. Oft erkennen Menschen erst im Rückblick, wie Gott geführt, getragen und begleitet hat.

Im Blick auf das Jahresmotto «Fürchte dich nicht» lädt der Apostel dazu ein, auch dann bei Gott zu bleiben, wenn Fragen offenbleiben und eigene Vorstellungen korrigiert werden müssen.

Nach der Feier des Heiligen Abendmahles nimmt der Apostel die Ruhesetzung von Hirte Jean-Claude Croset vor. Dieser war in der Gemeinde Buchs als Jugendleiter und 18 Jahre als Vorsteher tätig. Der Apostel würdigt besonders seine Treue, Beständigkeit und Verlässlichkeit sowie seinen Dienst an den Menschen. Ein Hirte steht dabei im Wechselblick zwischen dem Eigentümer der Herde und den Schafen: Er empfängt seinen Auftrag von Christus und begleitet Menschen in seinem Sinn.

Anschließend ordiniert Apostel Matthias Pfützner Diakon Roy Bösiger zum Priester für die Gemeinde Buchs. Ein Priester nach dem Herzen Gottes begleitet Menschen auf ihrem Glaubensweg, ermutigt zum Vertrauen und hilft ihnen, Gottes Nähe und Wirken zu erfahren.

Zum Abschluss singt der Chor dem Apostel das Lied Nr. 55 aus dem Jugendliederbuch:

„Mögen sich die Wege vor deinen Füssen ebnen, mögest du den Wind im Rücken haben und bis wir uns wiedersehn, möge Gott seine schützende Hand über dir halten!“